Nachhaltigkeitsstrategie für die Kapitalanlage
der Philips Pensionskasse (VVaG)

 

Stand: Januar 2021
 
 

Präambel

 

Die Themen der Nachhaltigkeit, als Zusammenfassung der sozialen und ökologischen Entwicklungen, beeinflussen unmittelbar und global das zukünftige gesellschaftliche Zusammenleben und jede Wirtschaftstätigkeit.

 

Letztendlich haben Nachhaltigkeitsfragen und die damit verbundenen Chancen und Risiken damit auch einen maßgeblichen Einfluss auf jede Kapitalanlagetätigkeit. So werden die Geschäfts- und Ertragspotenziale von Unternehmen und damit deren Bonität, Dividendenfähigkeit und Aktienkursentwicklung zunehmend von der Beachtung der Nachhaltigkeit beeinflusst. Auch andere Assetklassen, wie z. B. Immobilien, stehen unter hohen Anforderungen aus den Themen der Nachhaltigkeit.

 

Aus diesen Gründen berücksichtigt die Philips Pensionskasse (VVaG), kurz Pensionskasse, entsprechende Nachhaltigkeitskriterien in der strategischen und auch taktischen Anlagetätigkeit.

 

Grundlagen/Ziele

 

Neben den etablierten Aspekten Rendite, Liquidität, Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit stellt die Nachhaltigkeit der Kapitalanlage ein weiteres und zentrales Element der Anlagetätigkeit der Pensionskasse dar.

 

Aus der Nichtberücksichtigung möglicher Nachhaltigkeitskriterien können sich u. a. Bewertungs- und Ausfallrisiken, z. B. Kursrückgänge bei Aktien oder Ausfälle bei Anleihen von solchen Unternehmen, die nicht nachhaltig wirtschaften oder in problematischen Branchen angesiedelt sind, ergeben und für die Kapitalanlage der Pensionskasse tatsächliche oder potentielle Anlagerisiken darstellen.

 

Auch sogen. Transitionsrisiken, wie z. B. politisch motivierte Veränderungen, CO2-Preise im Emissionshandel, Haftungsrisiken bei Umweltverschmutzungen oder ein verändertes Verbraucherverhalten, beeinflussen den Anlageerfolg der Pensionskasse ggf. negativ.

 

Allerdings bildet Nachhaltigkeit in der Pensionskasse kein übergeordnetes oder das primäre Anlageziel, da es die vorrangige Aufgabe der Pensionskasse ist und bleibt, eine für die Mitglieder möglichst auskömmliche und sichere Rendite mit den Kapitalanlagen zu erwirtschaften.

 

Die ausdrückliche Einbeziehung des Nachhaltigkeitsgedankens in die Anlagetätigkeit kann aber mittel- und langfristig auch neuartige und zusätzliche Ertragschancen mit sich bringen.
Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen der Kapitalanlagepolitik der Pensionskasse zunehmend Nachhaltigkeitsrisiken bei den Anlageentscheidungen berücksichtigt.

 

Die Pensionskasse versucht auf diese Weise Ihren Beitrag zur Erreichung oder zumindest Verbesserung der unter E (environment), S (social) und G (governance) zusammengefassten globalen Nachhaltigkeitsziele zu leisten und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

 

Strategische Festlegungen in der Kapitalanlage

 

Für die Direktanlagen und insbesondere gegenüber den beauftragten Asset Managern im Wertpapier- und Immobilienbereich werden klar definierte Anforderungen in Bezug auf ESG-Kriterien gestellt.

 

Neben den eigenen, aus der einschlägigen ESG-Systematik eines entsprechenden Datenlieferanten abgeleiteten, Ausschlüssen und Grenzvorgaben beachtet die Pensionskasse auch normbasierte

 

Prinzipien, d. h. anerkannte Definitionen internationaler Organisation für ESG-Kriterien, wie z. B. die „UN Global Compact Goals“, bei der Festlegung von ESG-Anlagezielen. Es wird hierbei hinterfragt, zu wie viel Prozent z. B. ein externes Mandat die Compact Goals abdeckt.
Im Einzelnen nutzt die Pensionskasse die folgenden ESG-Vorgaben für die Wertpapier-Direktanlagen und alle an Asset Manager vergebenen Wertpapier-Mandate:

 

• Einhaltung eines Mindest-ESG-Gesamtscores für die jeweiligen Vermögenstöpfe insgesamt

 

• Einhaltung eines maximalen Carbon-Footprints für die jeweiligen Vermögenstöpfe insgesamt

 

• Einhaltung eines Mindest-ESG-Ratings für die Emittenten von Anleihen inkl. maximale Quoten für unter ESG-Gesichtspunkten nicht geratete Emittenten von Anleihen

 

• Einhaltung eines Mindest-ESG-Ratings für Aktien inkl. maximale Quoten für unter ESG-Gesichtspunkten nicht geratete Aktien

 

• Ausschluss der Hersteller von Waffen in allen Anlagen

 

• Ausschluss der Länder, die zu den 20 % schlechtesten Staaten der Welt gem. dem aktuellen „Corruption Perceptions Index“ von Transparency International gehören; der Ausschluss gilt auch für Gebietskörperschaften der Länder, also Bundesländer und Kommunen

 

Die aufgeführten ersten vier Vorgaben werden anhand der ESG-Rating-Systematik des Datenanbieters MSCI festgelegt.

 

Zudem werden die jeweiligen ESG-bezogenen Vorgaben pro Mandat individuell je nach Anlageart und Anlagestil der beauftragten Asset Manager definiert.

 

Alle externen Asset Manager von Wertpapiermandaten sollen eine Outperformance ggü. etablierten, traditionellen Benchmarken erzielen, spezielle SRI-Benchmarken kommen nicht zum Einsatz

 

Derivative Finanzinstrumente (in den Wertpapier-AIF) sind kein Gegenstand der Nachhaltigkeitsstrategie, da sie im externen ESG-Berichtswesen der Master-KVG (derzeit) nicht berücksichtigt werden können.

 

Im Rahmen der mit der Aktienanlage verbundenen Stimmrechte nimmt die Pensionskasse über eine Dienstleistung der Master-KVG für die Wertpapieranlagen bzw. die Verwahrstelle einen gewissen Einfluss auf die Beachtung des Nachhaltigkeitsgedankens bei börsennotierten Unternehmen.

 

Für die Festlegung der Empfehlungen zur Stimmrechtsausübung arbeitet die Master-KVG ihrerseits mit einem externen Fachberater zusammen und folgt dabei national den BVI-Analyse-Leitlinien und international der länderspezifischen Regulierung sowie einschlägigen Governance-Vorgaben.

 

In den Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften selbst werden die erarbeiteten Empfehlungen dann von der Verwahrstelle vorgetragen.

 

Eine über die beschriebene Stimmrechtsausübung hinausgehende explizite „Engagement-Politik“ wird aktuell mangels vorhandener interner Ressourcen nicht verfolgt.

 

Im Bereich der direkt gehaltenen Immobilienanlagen bestehen folgende Vorgaben:

 

• Ausschluss ausgewählter gewerblicher Mieter, wie z. B. Glückspielhallen, Waffengeschäfte, reine Tabak- und Alkoholläden sowie Sexshops

 

• Für alle Objekte sollen Verbrauchs- und/oder Bedarfsausweise vorliegen

 

• Im Rahmen der jährlichen Budgetplanungen für Instandhaltungsmaßnahmen sollen Mittel für eine Verbesserung der Nachhaltigkeit der Objekte vorgesehen werden (sofern entsprechende Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll und geeignet sind, nachhaltige Ziele zu erreichen)

 

Bei den indirekten Immobilienanlagen müssen die seitens der Asset Manager angewandten Nachhaltigkeitsansätze prinzipiell akzeptiert werden, da die AIF bereits (weitgehend) voll investiert sind und die Pensionskasse nur ein Teil einer Investorengemeinschaft ist.
Allerdings soll konsequent versucht werden, die Anlageausschusssitzungen dafür zu nutzen, die Asset Manager zu einer stärkeren Berücksichtigung von Nachhaltigkeit aufzufordern.

 

Die Beteiligungen für Erneuerbare Energien-Projekte erfahren keine spezielle ESG-Behandlung, da sie die Nachhaltigkeitskriterien „idealtypisch“ erfüllen

 

In Falle von Rohstoffanlagen sind Finanzprodukte von der Anlage ausgeschlossen, deren Wertentwicklung unmittelbar von der Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln abhängt.

 

Controlling/Risikomanagement

 

Nachhaltigkeitsrisiken stellen grundsätzlich keine neue Risikoart dar, sondern wirken sich auf die bereits bekannten Risikoarten, wie z. B. Marktpreis-, Kredit- oder operationelle Risiken, aus. Dies gilt neben Risiken für die Finanz- und Ertragslage vor allem auch für denkbare Reputationsrisiken.

 

Denkbare Nachhaltigkeitsrisiken werden daher im Rahmen des Risikomanagements der Pensionskasse, d. h. bei der Risikobewertung und Risikosteuerung, in einem angemessenen Umfang bei Stresstest- und Simulationsrechnungen berücksichtigt.
Zudem werden mögliche ESG-Risiken auch bei den Festlegungen von Risikobudgets für die Kapitalanlage einbezogen.

 

Die Kontrolle der zuvor genannten ESG-Grenzen erfolgt zum einen anhand aussagekräftiger Berichte der Master-KVG für die Wertpapieranlagen bzw. eines auf ESG-Themen spezialisierten Datenanbieters, z. Z. MSCI.

 

Zum anderen erhält die Pensionskasse quartalsweise eine unabhängige externe Analyse der gesamten Wertpapieranlagen durch einen weiteren Dienstleister und arbeitet zudem zu allen Aspekten der Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage mit einem auf diese Fragestellungen spezialisierten Institut zusammen.

 

Generell mandatiert die Pensionskasse nur externe Wertpapier-Asset Manager, die die PRI („Principles for Responsible Investment“) unterzeichnet haben, diese Leitlinien einhalten und einen Mindestscore i. S. des PRI Rankings erreichen. Die Mindestanforderung bezieht sich dabei auf die Hauptkategorie „ESG – Allgemeine Nachhaltigkeitsstrategie und Unternehmensführung“ der Rankingsystematik der PRI.

 

Die Asset Manager im Wertpapierbereich sind verpflichtet, regelmäßig einen aussagekräftigen ESG-Bericht vorzulegen, welcher den jeweiligen Umgang mit dem Nachhaltigkeitsgedanken und die Einhaltung der vorgegebenen ESG-Grenzen aufzeigt.

 

Die zu beachtenden ESG-Kriterien sind des Weiteren ein verbindlicher Bestandteil der Anlagerichtlinien für alle Wertpapier-Mandate und die Eigenanlagen. In den jährlichen Anlageausschusssitzungen mit allen Asset Managern werden die Themen ausführlich besprochen.

 

Hält ein Asset Manager eines Wertpapiermandates die vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien nicht dauerhaft ein, so kann es zu einem Managerwechsel aus diesem Grund kommen.

 

Berichtswesen/Kommunikation

 

Die Überwachung der Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen der Pensionskasse ist ein fester Bestandteil des internen Berichtswesens sowie der turnusmäßigen Berichterstattung an den Aufsichtsrat.

 

Des Weiteren wird die Nachhaltigkeitsstrategie für die Kapitalanlage in der Geschäfts- und der Risikostrategie, der internen Kapitalanlagerichtlinie und der Beschreibung der generellen Anlagepolitik der Pensionskasse berücksichtigt.

 

Im Rahmen des eigenen Internetauftritts wird die Nachhaltigkeitsstrategie für die Kapitalanlage der Pensionskasse veröffentlicht. Allen Mitgliedern, der Aufsichtsbehörde sowie den Gremien der Einrichtung wird die Unterlage unmittelbar zur Verfügung gestellt.

 

Ausblick

 

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Kapitalanlagepolitik versteht die Pensionskasse als einen fortdauernden Prozess.

 

Die Nachhaltigkeitsstrategie wird deshalb jährlich vom Gesamtvorstand überprüft und sukzessive weiterentwickelt, insbesondere sofern sich neue (aufsichts-)rechtliche Vorgaben und/oder neue Entwicklungen an den Kapitalmärkten, wie z. B. Marktstandards, ergeben sollten.

 

Mit der Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in die Anlagepolitik denkt die Pensionskasse vor allem auch dem zunehmenden Bedürfnis der aktuellen und möglichen neuen Mitglieder nach ESG-konformen Kapitalanlagen gerecht zu werden. Insgesamt sollte dieser Umstand die Attraktivität einer Mitgliedschaft in der Pensionskasse merklich erhöhen.

 

Die vorliegende Nachhaltigkeitsstrategie für die Kapitalanlage der Pensionskasse wurde vom Gesamtvorstand am 23.11.2020 besprochen und genehmigt. Sie ist gültig ab dem 01.01.2021.

 

Philips Pensionskasse (VVaG)
– Der Vorstand –