Aktuelles

vom Kapitalmarkt

per 31.03.2018

Nach einem positiven und vor allem sehr schwankungsarmen Jahr 2017 brachte das 1. Quartal diesen Jahres ab Ende Januar merkliche Turbulenzen und Unsicherheiten. Jedem ist dabei klar geworden, dass 2018 kein Selbstläufer werden wird.

 

Bis zur letzten Januarwoche setzte sich das gute Börsenumfeld aus dem Vorjahr fort.
Die Aktienmärkte legten (in den lokalen Währungen) erneut deutlich zu (Deutschland und Europa + 5 %,
USA + 7,5 %, Japan + 6 %, China/Hong Kong + 12 % und die Technologiebörse Nasdaq + 11 %).
Bereits zum Monatswechsel Januar/Februar schwächelten die Aktienkurse dann aber. Hauptgrün-de waren die gestiegenen US-Zinsen, die für zehnjährige Laufzeiten fast 3,0 % Rendite erreicht hatten, sowie eine Bewertung der US-Titel mit mehr als dem 22-fachen des Jahresgewinns aller Aktien im S&P 500 Index (höchstes Niveau seit der Dot Com-Blase in den Jahren 2000/2001).

 

Am 05.02. kam es dann zum „Flash-Crash“ an den Börsen.
Über Nacht brachen die Kurse um mehrere Prozentpunkte ein. An den amerikanischen Aktienmärkten wurde innerhalb eines Tages ein Marktvolumen von einer Billion Dollar vernichtet. Es war der höchste Tagesverlust aller Zeiten in Indexpunkten (rund 1.600 Zähler) in den USA.
Die wahren Ursachen sind nicht genau bekannt. Vermutlich war es ein Zusammenkommen aus Rekord-Optimismus, Verkaufssignalen quantitativer Managementansätze, computergesteuerter Handelssysteme (Roboter), Verkäufen von Indexfonds, des Risikomanagement aller größeren Anleger und die Positionierung einiger Hedgefonds auf fallende Kurse.

 

Fundamental setzte sich in den letzten Wochen sukzessive die Erkenntnis durch, dass die liquidi-tätsgetriebene Hausse („peak liquidity“) in 2018 definitiv zu Ende geht (Notenbanken haben Auf-kaufprogramme beendet oder gekürzt) und daher eine wichtige Unterstützung der Kursanstiege ausfällt.
Zudem verunsicherten die fortwährenden Aussagen und Maßnahmen des US-Präsidenten (US-Steuerreform, Zölle, „Handelskriege“, Grenze zu Mexiko, Syrien-Konflikt, China, Russland, Iran) bzw. die Reaktionen der anderen großen Weltmächte hierauf die Märkte. Selten hat eine Person die Welt an so vielen Stellen in Atem gehalten.
Die volkswirtschaftlichen Daten, z. B. Geschäftsklima- und Einkaufsmanagerindices, sind des Weiteren nicht mehr uneingeschränkt positiv (geht der Super-Konjunkturzyklus zu Ende?) und die Inflationsraten steigen. Demgegenüber stehen nach wie vor gute Unternehmensnachrichten und historisch hohe Dividendenausschüttungen.

 

Im Ergebnis verloren die Aktienmärkte vom Januarhoch bis Ende März aus Sicht des Euro-Anlegers deutlich
(u. a. DAX – 11 %, USA und China – 10 % und Japan ebenfalls – 11 %) und die lange unbekannte „Volatilität“ setzte wird ein, was speziell Ansätze belastete, die auf der Vereinnahmung von Volatilitätsrisikoprämien („Low Vola“-Ansätze) basieren. In 2017 herrschte noch die geringste Schwankungsbreite der Börsen seit 1926.

 

In der Gesamtschau für das Quartal haben einzig die Schwellenländerbörsen und die Technologiebörse Nasdaq in US-Dollar leicht positive Ergebnisse erzielt bzw. die großen US-Börsen nur sehr wenig verloren.
Hauptursachen für das bessere Abschneiden des amerikanischen Marktes waren insbesondere die Sorgen um den Welthandel (was Europa und Japan belastete) und die Rekord-Aktienrückkäufe in den USA.

 

Überraschend ist die Stärke der Technologietitel vor dem Hintergrund des Datenmissbrauchs bei Facebook, der Rückschläge mit selbstfahrenden Autos bei Uber, Tesla und Nvidia oder der Kritik von D. Trump an Amazon. Mögliche staatliche Regulierungen könnten nun zu einem Umdenken bei diesen Titeln führen. Nichtsdestotrotz bilden Technologiewerte derzeit nach wie vor die höchst gewichtete Position in internationalen Aktienportfolios.

 

Die Frage lautet: ist die neunjährige Aktienhausse beendet oder erleben wir derzeit „nur“ eine (gesunde und notwendige) Korrektur?

 

Profitieren von den genannten Entwicklungen konnten die Rentenmärkte als „sichere Häfen“. Nachdem die Renditen bis Ende Januar noch deutlich angestiegen waren (Zinsängste wegen veränderten Notenbankpolitiken und Inflationsdruck, schlechtester Jahresstart seit neun Jahren!), kam es im Gefolge der Aktienrückgänge zu ebenso klaren Erholungen.

 

Im Ergebnis haben sich die Renditen in Europa, speziell in Deutschland, kaum verändert. Anders in den USA, wo die gesamte Zinskurve Ende März höher als zu Jahresbeginn liegt, da die FED kurz vor Ende des Quartals ein weiteres Mal die Leitzinsen anhob und weitere zwei Schritte für 2018 ankündigte. Zwischenzeitlich haben die 6-Monatszinsen in Amerika ein ähnliches Niveau erreicht wie die Dividendenrenditen.

 

Insgesamt wurde im 1. Quartal mit Zinsanlagen in Europa somit kein Geld verdient und außerhalb Europas (für Euro-Anleger) sogar verloren bzw. die vorhandenen Reserven auf Rentenpapieranlagen insgesamt nahmen ab.

 

Da sich der Anstieg des Euros ggü. dem US-Dollar fortsetzte (+ 2,7 %), verloren Euro-Investoren erneut mit allen Ex-Euro-Anlagen. Trotz besseren Konjunkturdaten und höheren Zinsen belasten die Zwillings-Defizite der USA (Außenhandelsbilanzdefizit und Haushaltsdefizit) den Dollar und führen zu dessen Schwäche.
Gegenüber dem japanischen Yen gab der Euro nach (- 3,1 %), so dass es in diesem Fall günstig war, in der Fremdwährung investiert gewesen zu sein.

 

Die Wertentwicklung der Rohstoffe verlief bis Ende März sehr unterschiedlich.
Industriemetalle waren weiterhin gesucht (2017 bereits + 30 %) und der Ölpreis stieg leicht an (in
Dollar + 1,7 %). Edelmetalle konnten hingegen von den Marktturbulenzen bis zum Quartalsende kaum profitieren (Gold in Dollar + 1,6 %).

Kapitalmarktentwicklung

1. Januar bis 31. März 2018

Geldmarkt

AnlagesegmentPerformance
31.12.2017
Perfomance
31.03.2018
Euro-Raum-0,33 %-0,08 %

Aktien (in Euro)

AnlagesegmentPerformance
31.12.2017
Performance
31.03.2018
Deutschland+ 12,51 %- 6,35 %
Eurozone+ 12,49 %- 2,81 %
Europa+ 10,24 %- 4,30 %
USA+ 6,45 %- 3,11 %
Japan+ 8,91 %- 2,24 %
Schwellenländer+ 20,59 %- 1,11 %
Nebenwerte Europa+ 19,03 %- 2,68 %
Welt+ 7,51 %- 3,67 %

Renten (in Euro)

AnlagesegmentPerfomance
31.12.2017
Perfomance
31.03.2018
Deutschland- 1,40 %+ 0,22 %
Eurozone+ 0,41 %+ 1,47 %
Europa- 0,29 % + 1,45 %
USA- 9,97 % - 3,57 %
Welt- 6,16 % - 0,23 %
Schwellenländer- 3,15 %- 4,10 %
Unternehmensanleihen
Euroland
+ 2,41 %- 0,36 %
Wandelanleihen Global- 0,66 %- 0,55 %

Rohstoffe (in USD)

AnlagesegmentPerformance
31.12.2017
Perfomance
31.03.2018
Öl (Sorte Brent)+ 22,72 %+ 1,70 %
Gold+ 13,11 %+ 1,65 %

Währung

AnlagesegmentPerfomance
31.12.2017
Performance
31.03.2018
Euro/US-$ + 14,11 %+ 2,75 %
Euro/Yen+ 10,00 %- 3,14 %

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