Anlagepolitik der Philips Pensionskasse (VVaG)

 

Grundsätzliche Anlagestrategie

 

Oberstes Ziel der Anlagepolitik der Philips Pensionskasse (VVaG), kurz Pensionskasse, ist die dauerhafte Erfüllbarkeit der eingegangenen Verpflichtungen. Gemäß der Allgemeinen Anlagegrundsätze des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) müssen Pensionskassen ihre gesamten Vermögenswerte nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht so anlegen, dass Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des Portfolios als Ganzes sichergestellt werden.

 

Neben den (aufsichts-)rechtlichen Vorgaben bestimmen insbesondere auch die unternehmensspezifischen Besonderheiten der Pensionskasse als Firmenpensionskasse die Kapitalanlagepolitik. Zu nennen sind die gute Kalkulierbarkeit von Leistungszeitpunkt und Leistungshöhe und der gegebenen Ressourcen ergänzt um interne und externe Anlagegrenzen. Insbesondere der sehr langfristige Charakter der Leistungszusagen der Pensionskasse wird in der Anlagepolitik beachtet.

 

Die Kapitalanlage der Pensionskasse ist primär auf eine angemessene jährliche Wertentwicklung (laufende Verzinsung) bei einem jederzeitigen Erhalt ausreichender Sicherheitsreserven (Substanzerhalt) ausgerichtet, um eine für die Mitglieder langfristig planbare und attraktive Rentenleistung zu ermöglichen. Die fallweise Realisierung von Bewertungsreserven ist nicht ausgeschlossen.

 

Kernstrategie der Kapitalanlage ist die Diversifikation der Gesamtanlagen über möglichst viele Anlageklassen. Hiermit wird unter anderem sichergestellt, dass eine übermäßige Abhängigkeit z. B. von einem bestimmten Vermögenswert/Emittenten und eine übermäßige Risikokonzentration im Portfolio als Ganzes vermieden wird. Weitere wesentliche interne Vorgaben sind die Integration aller Anlageklassen in das interne Risikomanagement und die Erzielung einer Rendite oberhalb des durchschnittlichen Rechnungszinses. Ausgeschlossen ist der Erwerb von Hedgefonds und außerbörslichem Beteiligungskapital für Frühphasenfinanzierungen.

 

Die optimale Verteilung der intern freigegebenen Anlageklassen wird turnusmäßig über einen Asset-Liability-Management-Ansatz (ALM-Ansatz) ermittelt. Dabei wird eine stochastische Studie durchgeführt, auf deren Grundlage der Aufsichtsrat der Pensionskasse eine strategische Anlagestrategie festlegt. Auf Grund außergewöhnlicher Ereignisse oder Umstände, wie z. B. Kapitalmarktkrisen, kann die strategische Allokation der Gesamtanlagen jederzeit durch den Aufsichtsrat angepasst werden.

 

Die aktuell gültige strategische Allokation der Anlagen der Pensionskasse enthält Bandbreiten für die jeweiligen Marktwerte der Anlageklassen Anleihen (35 – 80 %), Immobilien (10 – 30 %), Alternative Investments (10 – 20 %) und Aktien (0 – 15 %).

 

Die konkrete Aufteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlagearten berücksichtigt neben den kurz- und mittelfristigen Kapitalmarkteinschätzungen vor allem die aus den eingegangenen Verpflichtungen resultierenden bilanziellen und liquiditätsseitigen Erfordernisse sowie die jeweilige Risikotragfähigkeit der Pensionskasse.

 

Da die gegebenen Gesamtanlagen als ausreichend diversifiziert und rentierlich erachtet werden, um die Anforderungen der eingegangenen Verbindlichkeiten dauerhaft bedienen zu können, ist bis auf Weiteres prinzipiell keine Aufnahme neuer Anlageformen in das Portfolio mehr vorgesehen.
Die bestehenden Anlagearten sollen fallweise und risikokontrolliert an sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst werden.

 

Im Rahmen der taktischen Steuerung der Anlagen wird derzeit vor allem die Bandbreite für Immobilien im oberen Auslastungsbereich genutzt. Die Quoten für Aktienanlagen und Alternative Investments liegen in der Mitte der jeweiligen Bandbreiten.
Aufgrund der historisch niedrigen Renditen nimmt der Anteil festverzinslicher Wertpapiere an den Gesamtanlagen kontinuierlich ab, da geeignete Wiederanlagen für deren Fälligkeiten kaum darstellbar sind.

 

Alle Investitionen erfolgen stets streng risikokontrolliert. Für Investitionen in bisher nicht vorhandene Anlagearten oder Anlagesegmente besteht ein spezieller Prüfungsprozess „Neue Märkte/Neue Produkte“. Sämtliche Engagements in „Investmentvermögen“ unterliegen einem weiteren eigenständigen Auswahl- und Prüfungsprozess.

 

Zudem wird bei allen Anlagen auf eine möglichst hohe Liquidität geachtet. In Einzelfällen bzw. bei bestimmten Anlagearten (Beteiligungen, Immobilien) kann diese allerdings eingeschränkt sein.

 

ESG-Kriterien/Nachhaltigkeit

 

Gemäß den Vorgaben des Versicherungsaufsichtsgesetzes können Pensionskassen in ihrer Anlagepolitik auch Aspekte der „Nachhaltigkeit“ berücksichtigen.
Nach umfangreichen Vorarbeiten hat die Pensionskasse eine „Nachhaltigkeitsstrategie“ für die Kapitalanlage definiert, die ab 2020 zur Anwendung kommt.

 

Im Rahmen eindeutiger Festlegungen werden sämtliche Wertpapieranlagen einem ESG-Scoring (ökologische, soziale und die Unternehmensführung betreffende Belange („environmental“, „social“, „governance“)) unterworfen. Dabei werden u. a. alle Emittenten von Anleihen und Unternehmen, von denen Aktien gehalten werden, in Bezug auf kritische Geschäftsfelder (z. B. Waffen, Atomstrom) bewertet. Für die Wertpapieranlagen liegen außerdem ESG-Gesamtbewertungen vor, die zur Beurteilung von Umweltbelastungen (z. B. CO2-Footprint), sozialen (z. B. Arbeits- und Menschenrechte) und Aspekten der Unternehmensführung (z. B. Korruption) dienen.
Aufgrund interner Vorgaben sind Investments in Wertpapieren unter ESG-Gesichtspunkten unzulässig bzw. werden sukzessive abgebaut, die diese Zielsetzungen nicht ausreichend erfüllen.

 

Das zuvor genannte ESG-Scoring bzw. ESG-Berichtswesen der Wertpapieranlagen basiert auf der ESG-Systematik des Anbieters MSCI.

 

Über entsprechende Angebote von Dienstleistern nimmt die Pensionskasse im Bereich der Aktienanlagen aktiv Einfluss auf Unternehmensentwicklungen (Stimmrechtsausübungen).

 

Für die im Bestand befindlichen Immobilienobjekte bestehen Ausschlusslisten für bestimmte gewerbliche Mieter. Die laufenden Instandhaltungen beziehen auch Nachhaltigkeitsmaßnahmen mit ein, sofern diese technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Im Falle der indirekten Immobilienanlagen wird über die Anlageausschüsse der Fonds versucht, die Asset Manager zu einer stärkeren Beachtung von ESG-Kriterien zu bewegen. Seit 2019 werden verstärkt Investments in solche Fondslösungen getätigt, die ausdrücklich Nachhaltigkeitskriterien in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

 

In allen vorhandenen externen Mandaten hat die Pensionskasse dafür Sorge getragen, dass die Asset Manager konkrete ESG-Ansätze anbieten können und diese auch umsetzen. Zukünftig werden nur noch Mandate vergeben werden, die den Nachhaltigkeitsgedanken erkennbar einbeziehen.

 

Auch vor Verabschiedung der „Nachhaltigkeitsstrategie“ für die Anlagepolitik hat die Pensionskasse bereits entsprechende Themen in der Anlagepolitik berücksichtigt. So sind in den Rohstoffanlagen keine Agrarinvestments zulässig. In größerem Umfang bestehen des Weiteren seit über zehn Jahren Beteiligungen an Erneuerbaren Energien-Projekten (Photovoltaik, Wind, Wasser).

 

Die Pensionskasse wird die zukünftigen Entwicklungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ eng begleiten und die eigene interne Strategie ggf. laufend anpassen.

 

Risikobewertung und Risikosteuerung

 

Die Einhaltung der genannten aufsichtsrechtlichen Anlagegrundsätze und internen Regelungen ist durch ein qualifiziertes Anlagemanagement, geeignete Kapitalanlagegrundsätze und Kontrollverfahren (Risikosteuerung und -kontrolle), eine angemessene strategische und taktische Anlagepolitik sowie sonstige organisatorische Maßnahmen (z. B. Aufgabentrennungen, Wertsicherungskonzepte) sicherzustellen. Die Umsetzung der Anforderungen erfolgt in der Kapitalanlage unter Einbindung der unabhängigen Risikocontrolling-Funktion.

 

In der Pensionskasse bestehen implementierte Prozesse und Analysemethoden bzw. ein flexibles und umfassendes Risikomanagement-System mit der Zielsetzung, die Risiken im Gesamtunternehmen strukturiert und systematisch zu erfassen und zu klassifizieren. Alle Risiken, die sich nachhaltig negativ auf die Wirtschafts-, Finanz- oder Ertragslage der Pensionskasse auswirken könnten, sind dabei relevant. Die unabhängige Risikocontrolling-Funktion unterstützt den Vorstand bei der laufenden Weiterentwicklung dieses Managementsystems durch eine bestmögliche Integration in die Organisationsstruktur und die Entscheidungsprozesse der Pensionskasse.

 

Alle denkbaren Risiken für das Gesamtunternehmen werden mindestens jährlich einmal erfasst und halbjährlich bzw. anlassbezogen auf ihre Aktualität und Vollständigkeit hin überprüft. Die identifizierten Risiken werden nach ihrem Ausmaß und der Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet und gewichtet.

 

Die wesentlichen Risiken gemäß dem vorgenannten internen Prozess werden, gemeinsam mit dem „Value-at-Risk“ der Kapitalanlagen (Konzept zur Ermittlung von Verlustrisiken in einer bestimmten Haltedauer), in einem Bericht „Risikotragfähigkeit“ berücksichtigt. Alle Risiko-Kennzahlen zu den Kapitalanlagen werden nach marktüblichen Konzepten durch einen externen Dienstleister berechnet und zugeliefert.

 

Die Rahmenbedingungen für die grundsätzlichen organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zum Risikomanagement sind in einem internen “Risikohandbuch” dokumentiert.

 

Der gesamte Kapitalanlage- und Risikomanagementprozess der Pensionskasse wird turnusmäßig unabhängigen Prüfungen (Jahresabschlussprüfung, Interne Revision) unterzogen.

 

In allen Teilbereichen der Kapitalanlagetätigkeiten erfolgen regelmäßige Fortbildungen durch den Besuch von Schulungsveranstaltungen, Asset Manager-Gesprächen und -unterlagen sowie der Teilnahme an Arbeitskreisen mit befreundeten Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge.

Ihre Ansprechpartner

Carolin Müller
Fon +49 40 300 387-111
c.mueller@philips-pk.de

Sabina Wegner
Fon +49 40 300 387-112
s.wegner@philips-pk.de

Luigine Würffel
Fon +49 40 300 387-110
l.wuerffel@philips-pk.de